Vier Fragen an Burkhard Dallosch, Geschäftsführer der Deka Immobilien zur Kooperation mit MeteoViva


Die Deka will die CO2-Emissionen ihrer Fondsobjekte reduzieren. Welche über den Klimaschutz hinausgehenden Vorteile versprechen Sie sich noch von dem MeteoViva Climate (MVC) Einsatz?
„Neben der angestrebten aktiven Reduzierung des CO2-Fußabdruckes gibt es für die Deka weitere wesentliche Gründe, die zur Wahl der MeteoViva-Technologie beigetragen haben. So rückt die Steigerung der Energieeffizienz die Bedürfnisse des Mieters in den Vordergrund und richtet den Betrieb der Anlagen individuell an dessen Anforderungen aus. Wir sind davon überzeugt, dass dadurch eine höhere Mieterzufriedenheit erzielt werden kann, die in der Folge auch eine längere Mieterbindung mit sich bringt. Im Ergebnis können beispielsweise geringere Nachvermietungskosten erzielt werden. Dies wiederum kann sich positiv auf die Rendite der Sondervermögen auswirken, die mit entsprechender Initialfinanzierung zur Implementierung beitragen.
Vorteilhaft ist dabei der modellbasierte Anlagenbetrieb von MeteoViva, welcher uns eine individuelle Einstellung der Systeme für Heizung, Lüftung und Kühlung erlaubt. Zeitgleich ermöglicht es uns auch von einem Gebäude ausgehend, Schlussfolgerungen für gleichartige Systeme in anderen Gebäuden zu ziehen. Um dies zu ermöglichen, müssen sehr viele Informationen zum Gebäudebetrieb und Nutzerverhalten sowie zu den Verbräuchen zentral vorgehalten werden. Mit dem Energiemonitoringsystem von MeteoViva erhalten wir eine Möglichkeit sämtliche Energieverbräuche zentral in einem  Analyse- und Berichtstool abbilden zu können. Die zentrale Erfassung soll dabei unterstützen, Schwachstellen und Ineffizienzen bei der GLT frühzeitig zu erkennen und Gründe für hohe Energieverbräuche zu identifizieren. Daraus lassen sich entsprechende Optimierungs- sowie Instandhaltungsmaßnahmen ableiten und initiieren.“

Welche weiteren Maßnahmen ergreifen Sie, um den Gebäudebestand fit für die Zukunft zu bekommen?
„Neben der MeteoViva Climate-Umsetzung hat die Deka bereits seit längerer Zeit den Fokus darauf gerichtet, den CO2-Fußabdruck für das Objektportfolio zu reduzieren. Als wichtige Maßnahme hierzu konnte das Beschaffungsmanagement die durch die Deka-Fonds selbst beeinflussbaren Energieverbräuche in Deutschland gebündelt als Ökostrom einkaufen. Diese Beschaffungsstrategie dauerhaft beizubehalten ist aufwendig, trägt aber der aktuellen und zukünftigen ökologischen Anforderungen Rechnung.

Bei einem bestandshaltenden Fondsanbieter ist aber auch die regelmäßige Instandhaltung und Modernisierung der Gebäude ein wesentlicher Aspekt zur Ertüchtigung des Gebäudebestandes. Hierfür werden die Gebäude durch unsere Projektmanager und die Immobilienmanager regelmäßig auf ihre Marktgängigkeit hinsichtlich der Vermietbarkeit untersucht und wenn nötig saniert. Dies ist dann auch der Zeitpunkt die Energieeffizienz dieser Gebäude weiter zu verbessern.

Seit 2018 wird zudem bei der Anlage der Fondsliquidität der Publikums- und Spezialfonds im Geschäftsfeld Immobilien der DekaBank ein Nachhaltigkeitsfilter eingesetzt. Dieser basiert im Kern auf den zehn Prinzipien des UN Global Compact und schließt verschiedene kontroverse Geschäftsfelder aus. Per 31.12.2018 wurden rund 5,4 Mrd. Euro unter Nutzung des Filters verwaltet. Wir decken somit nicht nur immobilienbezogene Energieeffizienzaspekte ab.“ 

Welche Rolle spielt die Digitalisierung dabei?
„Digitalisierung ist für uns ein Haupttreiber und wesentliche Voraussetzung für eine Umsetzung heutiger und künftiger Anforderungen in Richtung nachhaltiger Immobilienbestände. Entscheidend für eine erfolgreiche nachhaltige Ausrichtung unseres Geschäftsmodells wird die Datenquantität und vor allem auch Datenqualität sein, die wir im Rahmen der Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse umsetzen. Hier sammeln wir beispielsweise mit Robotertechnik und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz derzeit bei der Analyse von Dokumenten und Daten schon sukzessive Erfahrungen.  Letztlich soll aus verbesserten Prozessen heraus für unsere Anleger ein Mehrwert in Form erhöhter Nachhaltigkeit generiert werden.“

Erwarten Sie für Fondsgesellschaften weitere regulatorische Anforderungen in Sachen Klimaschutz?
„Ein klares Ja. Über die Verbandsarbeit (BVI, ZIA) begleiten wir die Entwicklungen im Regulierungsprozess „Sustainable Finance“ und wissen heute schon, dass wir zukünftig mit weiteren Vorgaben für die Finanzindustrie rechnen müssen. Dies zeigt sich bereits mit der beschlossenen Offenlegungsverordnung, die auch uns als Vermögensmanager zu einer nachhaltigeren Ausrichtung verpflichten soll und wird. Wir erwarten zukünftig deutlich größere Dokumentationsanforderungen für Nachhaltigkeitsthemenstellungen, die auch in weitreichendere Berichtsvorgaben und -pflichten eingehen werden.“


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